
Aktuelle Arbeiten
Neben der Arbeit an Bildern – es sind momentan mehrere Gemälde im Entstehen – widme ich mich nun verstärkt der Steinbildhauerei, wie man den Zugängen in der Galerie entnehmen kann. Die an der Scuola di Scultura in Peccia im Maggiatal/ Tessin begonnene Arbeit an einer dreiteiligen Steelenskulptur zum Thema Kommunikation setze ich momentan in meinem Atelier im Tessin fort.
Eine weitere freie Arbeit an einem Mamor, eine Bewegungsstudie, beschäftigt mich in meinem häuslichen Atelier.
… Es lohnt sich also immer mal wieder auf die Seite zu schauen.
Asterisk*
Mit der non finito Skulptur Asterisk* bin ich eingeladen, an einer Ausstellung im Tessin am Luganer See in Morcote teilzunehmen. Die Vernissage findet am 21.03.2026 statt.
Die wenigsten Menschen werden auf Anhieb wissen, was Asterisk bedeutet. Und gleichwohl beschäftigt es im derzeitigen gesellschaftlichen Kontext gewollt oder ungewollt, positiv wie negativ jeden/ jede/ jedes. Wofür steht also dieser Name, insbesondere im Zusammenhang mit der vorliegenden skulpturalen Gestaltung.
Vielleicht ist unmittelbar ein Fuß zu erkennen, der Schwung Rückens oder eines Armes. Doch sofort verliert sich die Betrachtung wieder im vermeintlichen Durcheinander der Schauebenen. Schließlich wurde bewusst auf eine definierte Schauebene verzichtet; die Skulptur hat also keine konkrete Standfläche.
Auch für das Motiv der Arbeit gibt es keine zielorientierte Blickrichtung. Denn der Verzicht auf diese festgelegte Wahrnehmungsweise ist symptomatisch für das Asterisk – das Sternchen auf der Computertastatur und wofür es soziopsychologisch steht.
Intention der Arbeit ist der gesellschaftliche Diskurs über Diversität, versinnbildlicht durch das Sternchen, das Asterisk. Ein Diskurs, der nicht selten versucht, klar umreißbar zuzuordnen – m./w./ div., dem Drang des Menschen nach eindeutigen Kategorien gerecht werden wollend.
Aber ist menschliches Sein – Fühlen, Denken, Handeln, Lieben, Begehren, sich selbst wahrnehmen – männlich oder weiblich oder nicht stets divers?
Die Arbeit versucht, eine philosophische Antwort abzubilden. Durch eine amorphe Arbeitsweise ohne Skizze, Modell, anatomische Regeln entwickelte sich eine fortlaufende Suche, die auch in dem fertigen Objekt beibehalten würde, unabhängig davon bis zu welchen Grad die Ausarbeitung geschehen würde. Je nach Schaurichtung sichtbar, mal männlich, mal weiblich anmutende Strukturen von Körperlichkeit, zwei Beine und Füße, zwei Arme und Hände, eine männliche Brustpartie, ein weiblicher Rücken – zwei Körper also, die einander spiegeln – zusammengesehen jedoch ein anatomisches Subjekt mit zwei Köpfen, als Ausdruck für den innerpersonellen Widerstreit, untrennbar verworren, aus keiner Richtung auflösbar, aus keiner Schau jemals vollständig zu erfassen. Vielleicht also das Sternchen zwischen Mensch und Innen in uns selbst.